2015 – 2017

2017

22. -24. September
Treffen der Arbeitsgruppe “Historische Erinnerung und Bildung” des EU-Russland Zivilgesellschaftsform in Berlin

Tagesordnung:

1.Ausstellung “Verschiedene Kriege. Nationale Geschichtslehrbücher über den Zweiten Weltkrieg”. Weitere geplante Stationen: Pskow, Minsk, Rybinsk, Berlin-Karlshorst, Bundestag Berlin mit Abschlußveranstaltung

2. Diskussion des neuen Thema der Arbeitsgruppe “Forced Migration and Deportation”

Programm:

Besuch des deutsch-russischen Museums Berlin-Karlshorst   Besuch des Auffanglagers Marienfelde

 

 

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22.Juni, 19.30 Uhr
LESUNG  Wladislaw Chodassewitsch, Nekropolis, Portraits, Essays, Erinnerungen.

Russisch und deutsch. Herausgegeben und aus dem Russischen übersetzt von Frank Göbler im Lang Verlag Münster. Nachwort von Alexei Makushinsky

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Wladislaw Chodassewitsch (1886 – 1939) wird heute zu den brillantesten Dichtern der russischen Moderne gezählt, gilt aber auch als herausragender Chronist seiner Epoche. Seine berühmte Sammlung von Port­­­raits verstorbener Weg­gefährten legte Chodassewitsch 1939 – selbst schon tod­krank – unter dem Titel „Nekro­polis“ vor­.

Während das Buch in Russland viele Wiederauflagen erlebte und beim russischen Leser sehr beliebt ist, wurde es erst im Jahr 2016 im Lang Verlag Münster erstmals auf Deutsch verlegt.

„,Nekropolis‘ ist glänzende – melancholische und böszüngige – Erinnerungsprosa über die Menschen der russischen Moderne – große Dichter, wie Block oder Gumiljow, oder kleine Literaten, Freunde des Autors, über die Intrigen und Liebesgeschichten, über Selbstmorde und Hinrichtungen. Und selbstverständlich über die Poesie. (…) Ein Muss für jeden, der sich für die russische Literatur des beginnenden 20.Jahrhunderts interessiert!“ (Frankfurter Rundschau, 14.12.2016)

Für eine Lesung mit einer Einführung in das Leben und Werk Chodassewitschs sowie einer Auswahl von deutschen Texten aus „Nekropolis“ mit anschließender Möglichkeit zur Diskussion konnten wir Prof. Dr. Frank Göbler gewinnen, der Slavische Literatur an der Universität Mainz lehrt und „Nekropolis“ aus dem Russischen ins Deutsch übersetzte.

Ort: SpecOps, Von-Vincke-Str. 5-7, 48143 Münster, Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

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Ausstellung 24. April – 12. Mai 2017

Geöffnet an Werktagen 8:00- 16:00 Uhr

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Bezirksregierung Münster, Domplatz 1-3

http://drg-muenster.org/projekte/ausstellung-zum-zweiten-weltkrieg/ ‎

Einladung zur Eröffnung

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Pressemeldung

„VERSCHIEDENE KRIEGE. NATIONALE GESCHICHTSLEHRBÜCHER ÜBER DEN ZWEITEN WELTKRIEG“

Geschichtsunterricht und Erinnerungspolitik 

Am 24. April wird in der Bezirksregierung Münster eine in ihrer Art und Intention außergewöhnliche Ausstellung eröffnet werden: “Verschieden Kriege. Nationale Geschichtslehrbücher über den Zweiten Weltkrieg”. Sie zeigt die unterschiedlichen Narrative über den Zweiten Weltkriegs in den Geschichtsbüchern weiterführender Schulen der Länder Deutschland, Italien, Litauen, Polen, Russland und der Tschechischen Republik. Fotos und Lehrbuchzitate, Statistiken und zusammenfassende Kommentare vermitteln anschaulich die zentralen Botschaften der einzelnen Ländern. Die Besucher gehen durch die Seiten der Geschichte, erkennen Übereinstimmendes und Kontroverses, andere Perspektiven und Erinnerungen im Konflikt.

Die Ausstellung ist ein Projekt der Arbeitsgruppe „Historische Erinnerung und Bildung” des EU-Russland Zivilgesellschaftsforums, dessen Mitglied die deutsch-russische Gesellschaft Münster ist. Sie ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der europäischen Zivilgesellschaft, ein Beitrag zum Prozess der Einigung und zur Entwicklung einer europäischen Identität.

Die Idee entstand in der Überzeugung, dass der Geschichtsunterricht an den Schulen einen bedeutenden Einfluss auf die Vorstellungen junger Menschen von der Vergangenheit hat. Geschichtsbücher vermitteln das Wissen, das eine Gesellschaft an die nächste Generation weitgeben möchte. Staaten benutzen sie als Instrument für staatsbürgerliche Erziehung, indem sie Narrative konstruieren, die Identitäten fördern, den sozialen Zusammenhalt stärken oder sogar Herrschaft legitimieren.„Die Schulbücher von heute bestimmen die Europapolitik von morgen. Was ein Kind über die Vergangenheit lernt, bestimmt seine Identität und sein Verhältnis zu den Nachbarn“, so der Europaabgeordnete Othmar Karas bei der Eröffnung der Ausstellung im Europaparlament in Straßburg. Für das Verständnis der Krise zwischen der EU und Russland und die Diskussion politischer Entscheidungen ist die Kenntnis der Geschichte der Nachbarländer über das immer noch schmerzhafte Thema des Zweiten Weltkriegs auch gegenwärtig von großer Relevanz.

In russischer Sprache wurde die Ausstellung im März 2016 in Moskau eröffnet und ging dann nach Jekaterinburg, Perm, Nowosibirsk, Krasnoyarsk und Petersburg. In englischer Sprache war sie in Prag, im EU-Parlament in Straßburg, in Mailand, Vilnius und Wroclaw. Die Premiere in deutscher Sprache findet in Münster statt. Überall stieß die Ausstellung auf überwältigende, aber auch kontroverse Resonanz.

Die Ausstellung wird am 24.April um 17:00 durch die Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller in der Bezirksregierung eröffnet. Im Anschluss diskutieren die Autorinnen und Autoren der Ausstellung aus Russland, Litauen und Deutschland sowie Experten für polnische und lettische Geschichte zum Thema Geschichtsunterricht, Erinnerungspolitik und Erinnerungen im Konflikt.

Die Ausstellung ist in Münster vom 24.April – 12.Mai 2017 in der Bezirksregierung, Domplatz 1-3 zu sehen, geöffnet an Werktagen von 08:00-16:00 Uhr.

Kontakt: Gudrun Wolff, Gesellschaft zur Förderung der deutsch-russischen Beziehungen Münster/Münsterland e.V., gudrunwolff@gmx.net www.drg-muenster.org

Weitere Informationen unter: http://eu-russia-csf.org/home/projects/different-wars/

Presse:

Interview Radio Q: Link http://www.radioq.de/sendungen/coffeeshop/08-05-2017

Interview Westfälische Nachrichten vom 29.04. 2017: http://www.wn.de/Muenster/Muenster/2785230-Ausstellung-in-der-Bezirksregierung-Verschiedene-Kriege-Interview-mit-Gudrun-Wolff

Arbeitsvorschläge zum Umgang mit der der Ausstellung: Arbeitsvorschläge zur Ausstellung VERSCHIEDENE KRIEGE

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Sonntag, 05. März – Sonntag 26. März

9. Russische Filmtage

Programm und Informationen: http://www.russische-filmtage-nrw.de/

Russische_Filmtage_2017_Programm_Cover_WEB.pdf.

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2016

Samstag, 17. Dezember, 16:00 Uhr

ВЕНИАМИН СМЕХОВ  с новой программой                                       

VENIAMIN SMEKHOV mit neuem Programm

“Notizen aus der Kulisse  –  Записки на кулисах”                                        Ein Highlight russischer Kultur in russischer Sprache

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Вениамин Смехов известный актёр театра и кино, режиссёр, автор сценариев, гениальный интерпретатор русской литературы и удивительный рассказчик вспоминает о своей дружбе с легендарными личностями и читает сердцем избранное из запасников русской поэзии. Большинству из нас его представлять не надо, но для присоединившегося к нам меньшенству кратко напомним:

  • Вениамин Смехов – народный Атос всех времён,
  • Вениамин Смехов – легендарный Воланд в легендарной постановке “Мастера и Маргариты” Юрия Любимова,
  • Вениамин Смехов – автор любимейшей пластинки детства “Али Баба и сорок разбойников”.

Veniamin Smekhov (Moskau), berühmter Film- und Theaterschauspieler, Theaterregisseur, Drehbuch- und Kinderbuchautor, genialer Vorleser russischer Literatur und wunderbarer Geschichtenerzähler erinnert sich an seine Freundschaft mit legendären Persönlichkeiten und liest das Erlesene aus dem Fundus der russischen Poesie.

Der Mehrzahl der russischen Bürgerinnen und Bürger muss man Weniamin Smekhov nicht vorstellen, für die Minderheit erinnern wir kurz:

  • Veniamin Smekhov ist der “Volks”-Athos aller Zeiten
  • Veniamin Smekhov ist der legendäre Woland in der legendären Aufführung von Bulgakovs “Meister und Margarita”  des Regisseurs  Juri Ljubimov
  • Veniamin Smekhov ist der Autor der beliebtesten Schallplatte der Kindheit “Ali Baba und die 40 Räuber”

Veranstaltungsort: Theater im Pumpenhaus, Gartenstrasse 123, Münster

Приходите все, приводите своих друзей!!! Приобрести билеты можно в Reisebüros “Morosov” (0251 534 65 59) и “Starwind” (0251 7624057). Резервирование по телефону 0179 925 8880. ЦЕНА: VVK: 15,- евро / AK: 18,- евро / детям до 16 лет: 5,- евро

Vorverkauf: Reisebüros “Morosov” und “Starwind”, Preis: VVK 15,- Euro / AK 18,- Euro / für Jugendliche unter 16 J.: 5,- Euro. Kartenreservierung unter 0179 925 8880


Mittwoch 26, Oktober, 20.00 Uhr

Gudrun und Karl Wolff stellen ihr neues Buch vor:
„Die Reise ins Morgen-Land. Tatarstan zwischen Moskau und Singapur. Essays, Reportagen, Geschichte(n) “.                        

Pop Verlag, Ludwigsburg.

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Es ist das erste Reisebuch in deutscher Sprache über die hierzulande fast unbekannte Republik Tatarstan an der mittleren Wolga. In 47 Kapiteln legen die Autoren einen in seiner Vielfalt faszinierenden kaleidoskopartigen Reisebericht in Essays, Reportagen und Geschichte (n) vor. Ihre Reise nach Tatarstan ist eine Reise an den Ursprung der tatarischen Nation und an den Ausgangspunkt der geschichtlichen Entwicklung, durch die aus dem Moskauer Fürstentum das Russische Imperium wurde. Anders als die apologetischen oder polemischen Russlandbücher, die seit der Annexion der Krim erschienen sind, setzt „Die Reise ins Morgen-Land“ bei der Beschreibung und Analyse des heutigen politischen und gesellschaftlichen Lebens nicht bei der Figur des Präsidenten, des Kremls oder der Hauptstadt an, sondern verbindet die Marker „Provinz“ und „Ethnos“ mit der Umkehrung der Perspektive, mit beeindruckenden Lebensgeschichten und Persönlichkeiten sowie einer faszinierenden Fülle von Themen, Blickwinkeln und Orten. Prüfend, kritisch, offen, die Dinge beim Namen nennend, mit einem fragenden Blick in die Zukunft. Jenseits der Stereotypen vom „Tatarenjoch“ und den „Enkeln Tschingis Khans“ entsteht das facettenreiche Porträt der nationalen Wiedergeburt der zweitgrößten Ethnie in Russland in der multinationalen Republik Tatarstan.

Wo: Zeitungslesesaal der Stadtbücherei Münster, Alter Steinweg 11, 48143 Münster, Eintritt: 7,00€, ermäßigt (Mitglieder, Studierende) 5,00€

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Fotos © Johann Heidebrecht

 

Mittwoch, 05. Oktober

18.00 Uhr Mitgliederversammlung und                        20.00 Uhr Poetry Slam

im Cafe Weltbühne der Evangelischen Studierendengemeinde, Breul 43, 48143 Münster

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung um 20.00 Uhr laden wir zu einem russischen Poetry Slam ein. Auf Deutsch oder auf Russisch kann jeder aus dem Publikum, Texte seiner/ihrer liebsten russischen Autoren und Autorinnen vortragen. Das Publikum fiebert und wertet mit. Die Stärke des Applauses kürt die ersten drei Sieger/ Siegerinnen. Für kleine Sieger-Geschenke wird gesorgt! Es sind noch knapp drei Wochen, um zu Hause vor dem Spiegel zu proben. Wir freuen uns sehr auf Ihre/eure literarischen Beiträge!

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Fotos des Abends © Johann Heidebrecht

Auf dem Programm standen: Sergej Jesenin, Daniil Charms, Josif Brodski, Dmitri Prigow, Bulat Okudshawa  … und Alexander Kobrin

  1. Preis für Alexander Kobrin  dsc_0696

    8. Russische Filmtage Münster 2016

    9.Februar – 20. März im Schloßtheater

Eröffnung 28. Februar

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©JohannHeidebrecht

Die Russischen Filmtage wurden von der Schirmherrin Ministerin Svenja Schulze und Bürgermeisterin Vendela Beate Vilhjalmsson mit dem Film Die Weißen Nächte des Postboten des berühmten Regisseurs Andrei Kontschalowskj eröffnet. Für sein Meisterwerk wurde er auf dem Filmfestival Venedig 2014 mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Die Drehbuchautorin Elena Kiseljewa erzählte nach dem Film über die Dreharbeiten, die Arbeit mit den Laiendarstellern, über die Schnittpunkte zwischen Dokumentarfilm und Fiction und beantwortete Fragen aus dem Publikum.

Bei einem Glas Sekt wurden im Foyer des Schloßtheaters die Gespräche weitergeführt.

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©Ralph Emmerich

2015

3. November 2015: Offene Vorstandssitzung Stammtisch

Stammtisch

Offene Vorstandssitzung und deutsch-russischer Stammtisch finden jeden ersten Dienstag im Monat statt.
Nächstes Mal treffen wir uns am 2. Februar, im Café Malik, Schlossplatz 44, Münster
um 18.00 Vorstandssitzung
um 20.00 STAMMTISCH. Entspannte Gespräche oder ernsthafte Diskussionen, je nach Stimmung….
Давайте поговорим по–русски о важном и неважном!
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12. September 2015: Vorstandssitzung des BDWO in Münster

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Der Bund Deutsche West-Ost Gesellschaften ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Gesellschaften und Organisationen, die sich mit Osteuropa beschäftigen, mit Hauptsitz in Berlin im Russischen Haus. Die DRG ist Gründungsmitglied (1996) dieses Dachverbandes und soeben ist unsere zweite Vorsitzende Christiane Marx ein weiteres Mal in den erweiterten Vorstand des BDWO gewählt worden. Die Vorstandssitzungen finden in Berlin statt, einmal im Jahr tagt man jedoch in der Stadt eines der Vorstandsmitglieder. Am 12. September tagte die Vorstandssitzung des BDWO in Münster. Der Vorstand der DRG richtete die Sitzung in den Räumen der VHS Münster aus, ein Kulturprogramm rundete das Wochenende ab.


 05. Februar 2015: Lesung

Sergej Lebedew, Autor aus Moskau, liest aus seinem Roman DER HIMMEL AUF IHREN SCHULTERN – Предел Забвения – russisch und deutsch

Abgrund des Vergessens

Der Moskauer Schriftsteller Sergej Lebedew kämpft gegen Geschichtsvergessenheit

„Ein Roman mit einer Sprache im Geiste Joseph Brodskys – die Sprache weist dem Gewissen den Weg.“ (Nikolaj Kryschtschuk)

Über den Gulag wird in Russland mehr geschwiegen als geschrieben. Umso bemerkenswerter ist das eindrucksvolle Romandebüt des 31-jährigen Sergej Lebedew.

Lebedew führt das Werk von Alexander Solschenizyn und Warlam Schalamow weiter. Jetzt spricht ein Spätgeborener, nicht mehr ein Augenzeuge des Gulag. „Worüber ich nun schreibe, dazu gibt mir nicht die Erinnerung das Recht, sondern die Sprache”, sagt Lebedews Protago- nist. Die Sprache weist dem Gewissen den Weg. Sie ist von stupendem poetischem Reichtum und seine Beschreibungsgabe von überwältigender atmosphärischer Kraft. Kritiker attestieren dem Roman eine „Sprache im Geist Joseph Brodskys“ und die Nähe zum Kultregisseur Andrej Tarkowskij (Stalker).

Es ist eine Landschaft endzeitlichen Verschwindens und Vergessens, die Lebedew in einer phantasmagorischen Reportage zeichnet. Ihrer Dämonie und Morbidität kann man sich als Leser kaum erwehren. Um den Abgrund des Menschlichen auszuloten, mobilisiert er zudem Tiefenpsychologie und Geschichtsphilosophie, Apokalypse und Mythologie. Der Geologe Lebedew arbeitet wie ein Archäologe. Er legt den „Limes des Vergessens“, so der Originaltitel, Schicht um Schicht frei. Die Beseitigung der Folgen der unheilvollen industriellen und sozialen Utopien des Stalinismus sei, so der Autor, eine Aufgabe von menschheitlicher Dimension, der sich das heutige Russland aber nicht stelle. Im Gegenteil: Das riesige Land existiere nur noch geografisch, nicht historisch. Die staatlich sanktionierte Amnesie führe dazu, dass die Menschen nicht wissen, woher sie kommen, und wer seine Vergangenheit nicht kennt, sei blind für die Zukunft.“

Lebedew, dessen deutsche Ahnen, berühmte Ärzte aus Leipzig, ihren Namen „Schwan“ russifizierten, schreibt: „Dieser Text ist wie ein Denkmal, wie eine Klagemauer, wenn die Toten und die Trauernden sich nirgendwo treffen können als an der Mauer der Worte, die Tote und Lebende vereint.“

Lebedew, 1981 in Moskau geboren, arbeitete über sieben Jahre auf geologischen Expeditionen im Norden Russlands und in Zentralasien. Veröffentlichungen als Lyriker, Essayist und Journalist. Er schreibt heute für die auf pädagogische Fragen spezialisierte Zeitung „Erster September“ und für deutsche Zeitungen. Der Roman wurde ins Deutsche, Französische und Tschechische übersetzt.

Sergej Lebedew: Der Himmel auf ihren Schultern (russisch: Предел Забвения). Aus dem Russischen von Franziska Zwerg. S. Fischer, Frankfurt am Main; 336 Seiten, 19,99 Euro

WO: Rüstkammer im historischen Rathaus. Prinzipalmarkt 10, Münster

Eintritt: 8.-/5.- Euro. Vvk: Reisebüro Morosow, Hammerstr. 3, Münster, Tel: 0251-534 65 59; Reisebüro Starwind, Bahnhofstr. 1,Münster. Tel: 0251-762 40 57 und Abendkasse