Veranstaltungen 2019

Ausstellung

2012. Gescheiterte Revolution

Multimedia-Installation des Moskauer Künstlers und Regisseurs Evgeny Mitta

28. April – 19.  Mai 2019 im Kulturgelände Haferkamp 31, Münster

Die Massendemonstrationen in Moskau 2011-2012 sind ein tra-gischer Wendepunkt in der post-sowjetischen Geschichte Russ-lands. Zum ersten Mal wehrt sich die Zivilgesellschaft gegen die Lügen und Manipulationen des Systems der Macht. Enough! Das System reagiert mit patriotischer Macht-demonstration, der Annexion der Krim, dem Krieg im Donbass,  maximaler Kontrolle der Medien, Repressionen.

Die gescheiterte Revolution als gesellschaftlicher und politischer Wendepunk ist das Thema des Künstlers Evgeny Mitta. 2017, fünf Jahre nach dieser Zäsur und im Vorfeld der nächsten Präsident-schaftswahlen, spiegelt er die Ereignisse in Interviews mit Demonstrationsteilnehmer*innen. Mit seiner Installation schafft er ein komplexes Bild dieses historischen Moments einer hoff-nungsvollen Bewegung sowie der tragischen Folgen ihres Schei-terns. Er beschwört das  kollektive Gedächtnis der Gesellschaft gegen das Vergessen. Auch in seinem Scheitern erinnert die Dar-stellung des Widerstands an die Möglichkeit der Veränderung.

Die Installation besteht aus einem Film, der den Betrachter mitnimmt auf den Weg des protestierenden kollektiven Körpers durch die Straßen von Moskau. Acht Interviews auf acht Moni-toren  reflektieren aus unterschiedlichen Perspektiven den historischen Auf- und Umbruch. Neunzehn  Zeichnungen nach ausgewählten Standbildern und Remakes der Demonstrations-plakate komplettieren die Atmosphäre des Raums und der Zeit. Über allem schweben drei Polizisten.
Ein Gesamtkunstwerk­

Kunst ist eine Brücke zum Dialog.
Zu diesem Dialog laden wir Sie herzlich ein

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 28. April 2019, 17:00 Uhr

Öffnungszeiten:
Mittwochs:  16:00 – 20:00 Uhr
Freitags: 16:00 – 21:00 Uhr
Samstags: 12:00- 20:00 Uhr
Sonntags: 12:00 – 18:00 Uhr

Für Gruppen können zusätzliche Termine vereinbart werden, auf Wunsch auch mit Einführung.

Kontakt:
Gesellschaft zur Förderung der deutsch-russischen Beziehungen Münster/Münsterland e.V.
Gudrun Wolff: info@drg-muenster.org

Die Ausstellung wird gefördert von:

Kulturstiftung der Sparkasse Münster
Bezirksregierung Münster
Kulturamt der Stadt Münster

 

 

 

 

11. Russische Filmtage Münster 10. – 31. März

Programm siehe: www.russische-filmtage-nrw.de

Anläßlich des 30-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Münster-Rjasan eröffnen wir die Russischen Filmtage mit dem Stummfilm, UDSSR 1927

DIE FRAUEN VON RJASAN / БАБЫ РЯЗАНСКИЕ  

am Sonntag, 10. März, 17:00 Uhr im Schloßtheater, Melcherstr. 81

Kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges heiratet der reiche Bauerssohn Iwan das arme Bauernmädchen Anna. Seine Schwester Wassilissa liebt den armen Schmied Nikolaj und will ihn heiraten. Während der reiche Bauer Wassilij der Heirat seines Sohnes zustimmt, ist er gegen die Liebschaft seiner Tochter mit dem armen Schmied.

Als der Erste Weltkrieg ausbricht, werden beide Männer eingezogen. Wassilissa emanzipiert sich und widmet sich dem Bau eines Waisenhauses. Anna hingegen ist unglücklich über die Trennung von ihrem Mann. Nachdem sie zwei Jahre keinerlei Nachrichten von Iwan erhalten, verlieren alle Familienmitglieder die Hoffnung, ihn wiederzusehen. Der Vater Iwans vergewaltigt und schwängert Anna. Als Iwan eines Tages doch zurückkehrt, kann Anna dem Ehemann nicht erklären, dass sie gegen ihren Willen Mutter wurde und flieht vor der Willkür der Umwelt in den Freitod.

„Das von einer Frau inszenierte Melodram kann zweifelsohne als feministisches Werk eingestuft werden: in Vorbereitung auf den Film hatte sich Regisseurin Preobraschenskaja intensiv mit der Rolle der Frau in der vorrevolutionären russischen Gesellschaft auseinandergesetzt.“ (ARTE 2009)

Weitere Vorstellung: Mittwoch, 13. März, 19:00

WIRBELSÄULENFLÖTE / Флейта Позвоночник
14. März, 19.30 Uhr / Theater im Pumpenhaus / Gartenstr. 123
 
 
Es sind schon drei Jahre her, als Veniamin Smekhov im Pumpenhaus mit dem bestürmenden Geschichten-Abend „Notizen auf der Kulisse“ zu Gast war. Diesmal bringt der berühmte russische Schauspieler, Regisseur und Autor Veniamin Smekhov seine neue musikalisch-poetische Inszenierung mit. Hier stoßen Eros und Thanatos mit kristallenen Versen aufeinander an: „Ein Prost allen, die mir je gefielen oder gefallen!” So beginnt der russische Dichter Vladimir Majakovski seinen Abgesang auf Liebe und Leben. Gewidmet seiner Muse Lilja Brik, unter dem Titel: „Wirbelsäulenflöte“. Von eben diesem Poem hat sich Veniamin Smekhov nun inspirieren lassen. Der war noch mit Lilja Brik befreundet. Und ist Majakovskis Schaffen seit etlichen Jahren künstlerisch eng verbunden. So spürt er in Флейта-позвоночник (WIRBELSÄULENFLÖTE) dem Band zwischen Dichter und Geliebter nach – auf Russisch, ohne Übertitel! Zusammen mit den jungen Kollegen Maria Matveyeva und Dmitry Vysotsky vom Moskauer Taganka Theater blättert er unter anderem einen Briefwechsel der beiden auf, der während der Sowjetzeit verboten war. Und der in Wehmut endet: „Das Liebesboot ist im Alltag zerbrochen.”
 
Tickets sind in russischen Reisebüros “Morosov” (0251 5346 559), “Starwind” (0251 7624 057) und “Natascha”  (0251 60 96 40) erhältlch.