Veranstaltungen 2015

2015

3. November 2015: Offene Vorstandssitzung Stammtisch

Stammtisch

Offene Vorstandssitzung und deutsch-russischer Stammtisch finden jeden ersten Dienstag im Monat statt.
Nächstes Mal treffen wir uns am 2. Februar, im Café Malik, Schlossplatz 44, Münster
um 18.00 Vorstandssitzung
um 20.00 STAMMTISCH. Entspannte Gespräche oder ernsthafte Diskussionen, je nach Stimmung….
Давайте поговорим по–русски о важном и неважном!
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12. September 2015: Vorstandssitzung des BDWO in Münster

BDWO_Sitzung

Der Bund Deutsche West-Ost Gesellschaften ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Gesellschaften und Organisationen, die sich mit Osteuropa beschäftigen, mit Hauptsitz in Berlin im Russischen Haus. Die DRG ist Gründungsmitglied (1996) dieses Dachverbandes und soeben ist unsere zweite Vorsitzende Christiane Marx ein weiteres Mal in den erweiterten Vorstand des BDWO gewählt worden. Die Vorstandssitzungen finden in Berlin statt, einmal im Jahr tagt man jedoch in der Stadt eines der Vorstandsmitglieder. Am 12. September tagte die Vorstandssitzung des BDWO in Münster. Der Vorstand der DRG richtete die Sitzung in den Räumen der VHS Münster aus, ein Kulturprogramm rundete das Wochenende ab.


 05. Februar 2015: Lesung

Sergej Lebedew, Autor aus Moskau, liest aus seinem Roman DER HIMMEL AUF IHREN SCHULTERN – Предел Забвения – russisch und deutsch

Abgrund des Vergessens

Der Moskauer Schriftsteller Sergej Lebedew kämpft gegen Geschichtsvergessenheit

„Ein Roman mit einer Sprache im Geiste Joseph Brodskys – die Sprache weist dem Gewissen den Weg.“ (Nikolaj Kryschtschuk)

Über den Gulag wird in Russland mehr geschwiegen als geschrieben. Umso bemerkenswerter ist das eindrucksvolle Romandebüt des 31-jährigen Sergej Lebedew.

Lebedew führt das Werk von Alexander Solschenizyn und Warlam Schalamow weiter. Jetzt spricht ein Spätgeborener, nicht mehr ein Augenzeuge des Gulag. „Worüber ich nun schreibe, dazu gibt mir nicht die Erinnerung das Recht, sondern die Sprache”, sagt Lebedews Protago- nist. Die Sprache weist dem Gewissen den Weg. Sie ist von stupendem poetischem Reichtum und seine Beschreibungsgabe von überwältigender atmosphärischer Kraft. Kritiker attestieren dem Roman eine „Sprache im Geist Joseph Brodskys“ und die Nähe zum Kultregisseur Andrej Tarkowskij (Stalker).

Es ist eine Landschaft endzeitlichen Verschwindens und Vergessens, die Lebedew in einer phantasmagorischen Reportage zeichnet. Ihrer Dämonie und Morbidität kann man sich als Leser kaum erwehren. Um den Abgrund des Menschlichen auszuloten, mobilisiert er zudem Tiefenpsychologie und Geschichtsphilosophie, Apokalypse und Mythologie. Der Geologe Lebedew arbeitet wie ein Archäologe. Er legt den „Limes des Vergessens“, so der Originaltitel, Schicht um Schicht frei. Die Beseitigung der Folgen der unheilvollen industriellen und sozialen Utopien des Stalinismus sei, so der Autor, eine Aufgabe von menschheitlicher Dimension, der sich das heutige Russland aber nicht stelle. Im Gegenteil: Das riesige Land existiere nur noch geografisch, nicht historisch. Die staatlich sanktionierte Amnesie führe dazu, dass die Menschen nicht wissen, woher sie kommen, und wer seine Vergangenheit nicht kennt, sei blind für die Zukunft.“

Lebedew, dessen deutsche Ahnen, berühmte Ärzte aus Leipzig, ihren Namen „Schwan“ russifizierten, schreibt: „Dieser Text ist wie ein Denkmal, wie eine Klagemauer, wenn die Toten und die Trauernden sich nirgendwo treffen können als an der Mauer der Worte, die Tote und Lebende vereint.“

Lebedew, 1981 in Moskau geboren, arbeitete über sieben Jahre auf geologischen Expeditionen im Norden Russlands und in Zentralasien. Veröffentlichungen als Lyriker, Essayist und Journalist. Er schreibt heute für die auf pädagogische Fragen spezialisierte Zeitung „Erster September“ und für deutsche Zeitungen. Der Roman wurde ins Deutsche, Französische und Tschechische übersetzt.

Sergej Lebedew: Der Himmel auf ihren Schultern (russisch: Предел Забвения). Aus dem Russischen von Franziska Zwerg. S. Fischer, Frankfurt am Main; 336 Seiten, 19,99 Euro

WO: Rüstkammer im historischen Rathaus. Prinzipalmarkt 10, Münster

Eintritt: 8.-/5.- Euro. Vvk: Reisebüro Morosow, Hammerstr. 3, Münster, Tel: 0251-534 65 59; Reisebüro Starwind, Bahnhofstr. 1,Münster. Tel: 0251-762 40 57 und Abendkasse