Rjasaner Gender Zentrum e.V.- Ein Netzwerk für Frauen

Kooperationsprojekt des Rjasaner Gender Zentrums e.V. und der Gesellschaft zur Förderung der deutsch-russischen Beziehungen Münster/Münsterland e.V.

Internet: www.gender-cent.ryazan.ru

Natalja Lapizkaja, Leiterin und psychologische Beraterin des Gender Zentrums (2001), www.gender-cent.ryazan.ru

Natalja Lapizkaja, Leiterin und psychologische Beraterin des Gender Zentrums (2001), www.gender-cent.ryazan.ru

Entstehung des Projektes

Im Dezember 1998 hat die Gesellschaft zur Förderung der deutsch-russischen Beziehungen einen Runden Tisch mit den Vertretern der Rjazaner NGO durchgeführt, mit dem Ziel, in einem sozialen Projekt zusammenzuarbeiten, unsere Erfahrungen aus Münster einzubringen und damit zivilgesellschaftliche Strukturen in Rjasan zu fördern. Aus dieser Initiative entstand das Projekt “Aufbau eines Informations- und Beratungszentrums für Frauen in krisenhaften Lebenssituationen in Rajsan”. Damit begann eine Erfahrungsaustausch zwischen den Mitarbeiterinnen des Projektes in Rjasan und Organisationen für und mit Frauen in Münster, der bis heute anhält. Durch die Vernetzung mit deutschen Frauenorganisationen und mit den russischen Feministinnen kamen die Rjasaner Partnerinnen zur der Überzeugung, dass für eine nachhaltige Veränderung der Situation der Frauen nicht nur konkrete Hilfe in akuten Krisensituationen das Ziel des Zentrums sein sollte, sondern dass es darüber hinaus notwendig ist, die Gender Beziehungen und Gender Stereotypen zu verändern (s. auch Frauen in Russland ). Der endgültige Name des Projektes ” Gender Zentrums Rjasan e.V.- Aufbau eines Netzwerks für Frauen” war von nun an Programm.

Eröffnung

rgz_2001_eroeffnung

Das Gender Zentrum Rjasan wurde 2001 offiziell gegründet. Patinnen waren Olga Lipowsakaja, Petersburger Gender Zentrum (im Bild rechts), und Gudrun Wolff, DRG Münster.

Die Schwerpunkte der Arbeit des RGZ sind bis heute folgende:

• Aufklärungsarbeit mit dem Ziel, die Einstellung in der Gesellschaft zu den Tatsachen der Diskriminierung der Frauen zu verändern sowie auch den Frauen ein Maximum an nützlichen Informationen für die Verteidigung ihrer Rechte bereitzustellen.

• Bildungsarbeit, die in der Organisation von Computerkursen, Seminaren, Konferenzen, und einer Sommer- Gender- Schule, sowie in der Hilfe für Studentinnen und Studenten der Hochschulen beim Verfassen ihrer Kurs-, Diplom- und wissenschaftlichen Arbeiten mit Gender Themen bestand.

• Angebot praktischer Hilfe für Frauen durch Beratungen (psychologischer, juristischer, sozialer), psychologisch-soziale Begleitung im Gericht. Seit der Zeit der Arbeit des RGZ wandten sich mehr als 1000 Klientinnen an die Beratungsstelle des RGZ.

rgz-2002-von-Studnitz

Gegen das Vorurteil, mit Frauenfragen beschäftigten sich nur frustrierte Feministinnen, musste eine intensive Informations- und Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden. Die Konferenz „Gender Probleme der Gegenwart“, an der unter anderem Frauen aus Münster sowie der Sozialreferent der Deutschen Botschaft in Moskau teilnahmen, hat die Autorität der Organisation in Rjasan ebenso gefördert wie die Möglichkeit, das Projekt in der deutschen Botschaft in Moskau vorzustellen.(S. Foto links mit Botschafter von Studnitz)

Der Erfahrungsaustausch wurde jeweils zu konkreten Projekten mit wechselnden Schwerpunkten fortgesetzt.

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2002: Projekt “Frauen und neue Medien. Computerkurse für Frauen als berufsintegrative Maßnahme” in Zusammenarbeit mit Frauen und Neue Medien e.V. Münster.

Frauen und Gewalt. Fachaustausch zur psychologischen Beratung

2003: Wissenschaftliche Konferenz zur Gender Problematik an der Pädagogischen Universität Rjasan in Zusammenarbeit mit StudentInnen und einer Dozentin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

2003: Fortbildungsprojekt für 20 Multiplikatorinnen aus fünf zentralrussischen Städten „Sommerschule in Rjasan. Gesellschaft und Gender“ . Das Projekt wurde unterstützt durch das Vernetzungsprogramm für Frauen des Institutes „ Offene Gesellschaft“ der Soros Stiftung. Es wurde eine (über 300-seitige) Sammlung der Materialen (Vorträge) herausgegeben.

2003: Frauen und Gewalt. Fachaustausch zur juristischen Beratung

2004: Planung der mittelfristigen Entwicklung und Finanzierung der Arbeit des RGZ.

2005: Vorbereitung eines Seminars mit Münsteraner Polizisten zum Thema „Arbeit mit den Opfern häuslicher Gewalt“ für Rjazaner Miliz

rgz_2006_polizeitraining_rjasan

2006: Seminar und Training zum Thema “Häusliche Gewalt und polizeiliches Handeln” in Rjasan mit Polizeitrainern aus Münster für die Rjazaner Miliz in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Münster.

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2007: Hospitation von Rjasaner Polizeibeamten aus dem Aus- und Fortbildungsbereich beim Polizeipräsidium Münster, Abteilung Aus-und Fortbildung zum Thema “Arbeitsstrukturen und Ziele der Polizei in Münster unter besonderer Berücksichtigung der Situationen von häusliche Gewalt in Münster”.

Mit dem Projekt „Häusliche Gewalt und polizeiliches Handeln“, ist ein besonders wichtiger Schritt gelungen: die Zusammenarbeit einer russischen NGO , noch dazu einer als «feministisch» verrufenen, mit einer russischen Behörde, noch dazu einer Polizeibehörde, die als besonders hierarchisch und bürgerfern gilt. Damit ist die Akzeptanz des RGZ enorm gestiegen.

rgz_Foerderpreis_2005

Für das Projekt “Rjasaner Gender Zentrum – ein Netzwerk für Frauen” erhielten die Rjasaner und Münsteraner Projektpartnerinnen 2005 den zweiten Platz des Förderpreises der Robert-Bosch Stiftung für deutsch-russisches Bürgerengagement, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht (Bild links:Natalja Lapizkaja,RGZ, Laudatorin Gabriele Krone Schmalz, Gudrun Wolff, DRG MÜnster). 2007 war das Projekt “Häusliche Gewalt und polizeiliches Handeln” unter den ersten zehn Preisträgern des Förderpreises der Robert-Bosch Stiftung.

Verantwortlich für die Projekte:
Lapizkaya Natalia, Rjasaner Gender Zentrum e.V.
Gudrun Wolff, Gesellschaft zur Förderung der deutsch-russischen Beziehungen Münster/Münsterland e.V.